Planet Müll

Planet Müll

Planet Müll im Plastozän

Station Erdumlaufbahnen – Schrottplatz Weltraum: 170 Millionen Fragmente größer 1 mm umkreisen die Erde, 1 cm hat die kinetische Energie eines Mittelklassewagens, 29.000 hochriskante Objekte für die Kommunikations- und Forschungssysteme: ausgediente Satelliten, ausgebrannte Raketenoberstufen, verlorene Handschuhe , Werkzeug, abgeplatzte Lack- oder Trümmerstücke, Kaskadeneffekt bei Kollisionen: Schrott vervielfacht Schrott.

Station Mount Everest: Die höchste Müllhalde der Welt: Zelte, Sauerstoffflaschen, Fäkalien. 8 Tonnen Müll in einer Saison. Der Wind verteilt ihn über ein großes Gebiet. Vergiftete Trinkwasserquellen, Bodenversauerung. “Der Everest ist Gott, sagen die Sherpas und es ist sehr traurig, unseren Gott so schmutzig zu sehen. Wie können es Menschen wagen, ihren Müll an so einem heiligen Ort zu hinterlassen?“

Station Marianengraben: Die tiefste Müllhalde der Welt, 11.000 Meter Tiefsee mit Lebensformen: Korallen und Quallen, Oktopusse. Plastiktüte gefunden. Leben verfängt sich im Müll. Chemische Verschmutzung durch zersetztes Plastik. Der Marianengraben, in Bereichen stärker verschmutzt als die am stärksten belasteten Flüsse Chinas.

Weltweit 2 Milliarden Tonnen Müll pro Jahr, Tendenz steigend, Deutschland auf Platz 5 der Vermüller.

Planet Müll im Plastozän

Station Bantar Gebang, Jakarta : 2000 Familien leben auf einer der größten Müllhalden Südostasiens, Hunderte Tonnen Abfall jeden Tag.

Unvorstellbares Elend Menschen durchwühlen den Müll – Überleben im Gift.

Atemwegserkrankungen, Ausschläge, Durchfälle. Verseuchtes Grundwasser. Die Slumbewohner trinken es trotzdem – Durst zwingt. Kinder werden von ihren Eltern auf die verseuchten Halden geschickt, Auftrag sammeln, was sich verkaufen lassen. Verdienst: 50 Cent am Tag. Keine Schulbildung, kaum eine Chance die Mülldeponie zu verlassen.

Leben von dem, was andere wegewerfen. Heimat Abfallberg.

Ein Großteil des Mülls stammt aus Europa.

Planet Müll im Plastozän

Station Meer: Vögel verwechseln Abfall mit Futter, fressen, fühlen sich satt, verhungern mit müllgefülltem Magen. Jährlich millionenfach. Seevögel und andere Meereslebewesen. Obduktionen: 100 Plastikteile in Albatros Jungem , von den Eltern gefüttert. 40 kg Plastikabfall in Cuvier-Schnabelwal.

94 % des Kunststoffs in den Ozeanen landet auf dem Meeresboden. Etwa 70 kg Plastik je Quadratkilometer. Kaum zersetzbar. Sedimentierung bis zu 1,9 Millionen Partikel pro qm.

Weltweit fünf gigantische Plastikinseln -der größte The Great Pacific Garbage Patch Fläche rund 1,6 Millionen Quadratkilometer, 1,8 Billionen Plastikteile, Gewichtrund 80.000 Tonnen –  zum Großteil größere Plastikteile 8 Prozent Mikroplastik.

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Station Spitzbergen: eine Eisscholle. 14.400 Partikel Mikroplastik pro Liter, nieder geschlagen aus der Luft.

Station Donau: stellenweise mehr Plastikpartikel als Fischlarven. Die Sedimente verschiedener Flüsse: Mehr als eine halbe Millionen Plastikpartikel pro Quadratmeter Flussbett.

Textilwäsche, Nummer 1 der Meeresverschmutzung: bei jedem Waschgang Freigabe von bis zu 2.000 Kunststofffasern aus Kleidungsstücken. Textilfasern, vom Klärschlamm als Dünger auf die Felder, in die Flüsse, in die Meere

Plastikmüll zu Mikroplastik, weggeworfener Kunststoff verrottet nicht, er zerfällt. Reifenabrieb, Industrie, Haushalte. Der Wind verteilt mit Regen und Schnee.

Mikroplastik in den Nahrungsketten: Gewebeveränderungen, Entzündungsreaktionen und toxikologische Auswirkungen bis zu inneren Verletzungen, Todesfällen.

Umweltgifte reichern sich an der Kunststoffoberfläche an, können bei Aufnahme in den Organismus wieder freigesetzt werden – Verstärkung.

Mikroplastik ist überall.

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