Rücksichtsloser Hedonismus

Rücksichtsloser Hedonismus

Rücksichtsloser Hedonismus, dein Tanz in den Untergang

hat bald ein Ende, es dauert nicht mehr lang,

bis das Licht für immer ausgeht, die letzte Party gefeiert ist:

Nichts mehr bleibt zu sein – ein Egoist!

Rücksichtsloser Hedonismus, du jettest um die Welt,

Billigflug in die Exotik oder das was du dafür hältst.

Komasaufen am Ballermann, Party in Berlin

Kreuzfahrt in die Antarktis, Gletscherbruch da musst du hin.

Grenzenlose Mobilität, was interessieren Emissionen.

Der Trip soll wenig kosten, der Erlebniswert sich lohnen.

Was du suchst machst du kaputt, wird von dir zerstört.

Von Akkulturation hast du nie was gehört.

Rücksichtsloser Hedonismus, dein Tanz in den Untergang

hat bald ein Ende, es dauert nicht mehr lang,

bis das Licht für immer ausgeht, die letzte Party gefeiert ist:

Nichts mehr bleibt zu sein – ein Egoist!

Rücksichtsloser Hedonismus, deine Statussymbole:

Verlierer, wer nicht im Trend ist vom Haar bis zur Sohle.

Mode für zwei Wochen, das neueste Handy muss es sein,

Second Hand von gestern ist der Stempel für armes Schwein.

Shopping ist dir Religion, Ekstase durch Konsum,

Schnäppchenjagd im Kaufrausch formt das Individuum.

Heute in, Morgen out, das Gestern in den Müll.

Die Deponie muss woanders sein, stört das Wohlgefühl.

Rücksichtsloser Hedonismus, dein Tanz in den Untergang

hat bald ein Ende, es dauert nicht mehr lang,

bis das Licht für immer ausgeht, die letzte Party gefeiert ist:

Nichts mehr bleibt zu sein – ein Egoist!

Rücksichtsloser Hedonismus, deine Generation

von Joouh-Boys, Whoooo-Girls kennt kein Schonen

für Selbstdarstellung, für die nächste Party-Time.

Chill-in, Chill, Chill-out, laut-exzentrisch muss es sein

Hemmung ist fremd, dein Lustgeschrei

sollen alle hören, wie frei du bist, wie geil.

Ich gönne dir noch ein Abschiedslied in Ausgelassenheit

Dann freue ich mich auf das Ende deiner Rücksichtslosigkeit

Rücksichtsloser Hedonismus, dein Tanz in den Untergang

hat bald ein Ende, es dauert nicht mehr lang,

bis das Licht für immer ausgeht, die letzte Party gefeiert ist:

Nichts mehr bleibt zu sein – ein Egoist!

Epikur beschreibt mit ‚Lust‘ die Lebenslust als Prinzip gelingenden Lebens. Er unterscheidet zwischen vorübergehenden Lustgefühlen (dynamische Lust) und der Zustandslust (katastematische Lust). Das wache Dasein allein ist höchst lustvoll, wenn es frei von Schmerz ist. Forscher beschreiben diese epikuräische Lebenslust heute als „natürliche und gesunde Verfassung aller vitalen Funktionen“. Dagegen sind andere Vergnügungen nur Variationen, die zeitlich begrenzt vorkommen. Zu einer Aufrechterhaltung der katastematischen Lust führt bei Epikur eine fast asketische, tugendhafte Lebensweise. Es ist für Epikur nicht möglich, lustvoll, ohne klug, schön und gerecht zu leben. Den unvernünftigen Begierden stehen vernünftige Begierden gegenüber, die unserer Natur entsprechen, keinen Schaden nach sich ziehen und leicht zu erreichen sind. Ein Mensch mit einem gemäßigten Verlangen, welches nur auf das Notwendigste gerichtet ist, wird dauerhaft die höchste Lust erfahren. (https://de.wikipedia.org/wiki/Hedonismus)

Im Gegensatz zum philosophischen Verständnis des Hedonismus wird im alltagssprachlichen Gebrauch mit dem Begriff häufig eine nur an momentanen sinnlichen Genüssen orientierte egoistische Lebenseinstellung bezeichnet. In diesem Sinne wird der Begriff Hedonismus oft abwertend gebraucht und als Zeichen der Dekadenz interpretiert. (a.a.O.)

Soll jeder glücklich sein oder werden! Wenn das persönliche Glück in der Befriedigung von Reiselust, Konsumlust oder im Partyhüpfen in einer grenzenlos empfundenen und käuflichen Welt gesehen wird, ist dies im epikurischen Sinne unvernünftig, da lediglich auf Kurzfristigkeit angelegt und im Ressourcenverbrauch und den Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaften, die die Kosten tragen müssen, zweifelsfrei schädlich.

Rücksichtsloser Egoismus!